Partnerschaft und Liebe sind meine Kraftquellen und ich bin glücklich, heute in einer Partnerschaft zu leben, die uns inspiriert und inneren Reichtum schenkt.
Doch das war nicht immer so. Auch ich bin durch Höhen und Tiefen gegangen. „Du weißt ja, wie es ist, wenn man länger zusammenlebt“ – das war eine oft gehörte Aussage im Gedankenaustausch mit anderen. „Du weißt ja, wie es ist“. Und ob ich das wusste. Ich kannte dieses Virus, das sich als bröckelnde Nähe, Ohmacht und Lähmung in die Partnerschaft einnistet – leise, schleichend und (un)heimlich. Wie es zunächst unmerklich, kaum wahrnehmbar die Distanz vergrößert und dann die Liebe schwächt. Das Buchregal füllte sich mit Ratgebern zur Partnerschaftsgestaltung, Kommunikation und Sexualität. Doch das Virus forderte seinen Tribut. Nach langem Siechtum siegte es über die Liebe und führte schmerzhaft den Exitus einer sehr langen Partnerschaft herbei. Und ich durchlebte all die Gefühle und hochgespülten Emotionen, die Männer und Frauen in einer Trennung durchmachen. Die Verzweiflung, Trauer, Ohnmacht, Wut, den totalen Rückzug und anderes mehr.
Das Singleleben hat auch Vorteile, sagt man. Klar, schließlich ist man ja auch in Cafes, Restaurants und Szenelokalen ein gern gesehener Gast, weil man dort oft hinkommt und sein Geld lässt. Nun geht man als Single nicht allein deswegen dorthin, weil es dort so toll ist, sondern schlicht und einfach, weil man es allein zu Hause nicht mehr aushält. Menschen brauchen eben Menschen. Deswegen glaube ich auch niemandem der von sich sagt, er sei überzeugter Single. Was ich aber glaube ist, dass dieser Mensch nach vielen vergeblichen Versuchen und Enttäuschungen verzweifelt und frustriert aufgegeben und das Thema Liebe in seinen Emotionskeller gesperrt hat - mit einer dicken Tür aus Verdrängungsbeton davor, um seinen tiefen Schmerz nicht zu spüren. Für eine Weile war das auch bei mir so.
Irgendwann ebbte es ab, ein freundschaftliches „Jeder-für-sich“ mit meiner früheren Partnerin entstand und ich begann die vergangene Partnerschaft zu analysieren. Ich wollte wieder glücklich werden und war einfach nicht bereit hinzunehmen, dass Männer und Frauen angeblich nicht zusammen passen. Es musste einen Schlüssel zur Liebe geben, schließlich möchte jeder Mensch lieben und geliebt werden – und das für immer. Ich wollte dahinter kommen, warum das alles passiert war, wo die falsche Richtung eingeschlagen wurde, welche Steine zum Stolpern führten und was mein Anteil an all dem war und so schob ich schließlich die Türe vor meinem Emotionskeller beiseite. Andere 'gewesene Partner' erzählten mir von ihren Beziehungsflops und immer wieder war dabei der Schmerz, die Enttäuschung, die tiefe Traurigkeit und Entmutigung beinahe körperlich spürbar. Und da waren die Parallelen in ihrer und meiner Geschichte; der gemeinsame rote Faden. Immer war es ein Virus aus dem ein Siechtum der Liebe und schließlich das Ende der Beziehung hervorging. Dieses Virus ist in vielen Unterarten vorhanden. Mal ist es ganz leise und vermehrt sich nur langsam, mal sehr heftig und schnell.
Einen Impfstoff müsste es dagegen geben, der Antikörper bildet, damit Paare und ihre Partnerschaft vor dem Virus geschützt sind. Darüber dachte ich lange nach und schließlich fand ich es heraus: Diesen Impfstoff gibt es bereits! Er ist seit Beginn der Welt vorhanden. Immer und überall. Für jeden Menschen. Was es ist? So wie alles einfach ist, wenn man es erstmal verstanden hat, ist es auch mit dem Impfstoff. Der Name des Impfstoffes ist LIEBE. Halt, warten Sie einen Augenblick mit Ihrem Einwand und sagen Sie jetzt bitte nicht, „Liebe? Das ist lapidar.“ Wovon ich hier spreche ist Liebe in ihrer wirklichen, ihrer reinen Form. Diese Liebe ist inhaltlich genau das Gegenteil von dem, was sonst landläufig darunter verstanden wird. Ich spreche von einer gebenden Liebe. In dieser Liebe ist der Partner nicht ein Mittel für Zwecke des eigenen Egos, sondern uns ebenbürtig. Diese Liebe ist ein selbstloses Teilen und umfasst Freude, Respekt, Mitgefühl, Achtung, Wertschätzung, Vertrauen, Nähe und Freiheit. Diese Liebe ist reich und knüpft ein starkes Band zwischen den Partnern. Sie erschaffen mit ihrer Liebe etwas Neues; aus ‚Ich’ und ‚Du’ wird ein ‚Wir’. Eine solche Partnerschaft wird von beiden Partnern als Spiegelbild der eigenen inneren Welt erlebt und als Ort des Wachstums und Weiterentwicklung verstanden. Sie kennt kaum Krisen und verbindet die Partner auf der seelischen, geistigen und körperlichen Ebene. Ihr Reichtum besteht darin, das Wohl des Partners höher als das eigene zu bewerten und so eine lebendige und wachsende Liebe entstehen zu lassen. Wenn wir in einer gebenden Haltung lieben, in unsere Partnerschaften immer mehr hinein geben als wir entnehmen, Liebe verschwenderisch verschenken, dann wird sie mehr und potenziert sich. In uns, im anderen, überall. Denn Liebe, das ist letztendlich die Erweiterung des eigenen Selbst, es ist das Spiegelbild der Seele, eine Bewusstseinserweiterung.
Diese Liebe ist von Geburt an vorhanden, doch lieben will gelernt werden. Es dauert seine Zeit, bis man begreift, dass man nichts verliert, wenn man sie verschenkt, sondern im Gegenteil, selbst mehr Liebe bekommt.
Der Hauptgrund für die ganze Scheidungsmisere, die Beziehungscrashs, Streit, Ablehnung usw. beruht nach meiner Meinung auf einem falschen Liebesverständnis, das allgemein verbreitet und landläufig als romantische Liebesauffassung bekannt ist. Diese "Liebe" ist eine erwartende, nehmende Haltung, die sich fordernd und besitzergreifend zeigt. Sie erzeugt Abhängigkeit von den Zuwendungen des Partners und enthält Aspekte wie Klammern, Einengung, Kontrolle, Eifersucht, Zorn und Selbstsucht. Der Partner dient zur Befriedigung des eigenen Egos. Eine solche "Liebe" ist klein und arm an tiefem Gefühl. Das innere Erleben ist ständig mit Erwartungen und Befürchtungen konfrontiert und verhindert das Glück im ‚Hier’ und ‚Jetzt’ wahrzunehmen und zu genießen. Sie ist das Virus – der Beziehungskiller! Sie ist das genaue Gegenteil dessen, was echte, gebende Liebe ist. Der zweite wesentliche Aspekt ist die irrige Annahme, dass wir alle automatisch, quasi genetisch bedingt, eine glückliche Partnerschaft führen können. Wenn das so wäre, gäbe es keine Trennungen!
Wir müssen also lieben erst lernen. Lernen bedeutet unter anderem, zwischen Liebe und Ego trennen, sich selbst reflektieren; Potentiale entfalten, sich gemeinsam mit dem Partner weiterentwickeln und die Partnerschaft als Ort des dynamischen Wachstums und ständiger Veränderung begreifen. Ich bin glücklich, zusammen mit meiner Partnerin eine solche Partnerschaft zu führen. Mit ihr kann ich das leben, was wir gemeinsam ‚gebende Liebe’ nennen. Ein wesentlicher Schlüssel für die Liebe und Geborgenheit ist dabei für uns eine tantrische Partnerschafts-
gestaltung, was bedeutet, einander eine hohe Präsenz, Wachheit, Achtsamkeit und Wertschätzung im Ausdruck unserer geistigen, seelischen und körperlichen Liebe zu schenken.
Vielleicht fragen Sie sich ja jetzt, warum ich das alles hier schreibe. Mir geht es hier wirklich nicht um Selbstdarstellung. Nein, mir geht es um Sie. Vielleicht befinden Sie sich gerade in einer schweren Lebensphase, stehen vor dem Scherbenhaufen einer gescheiterten Beziehung oder sind nach einer Trennung auf der Suche nach einem passenden Partner. Ich möchte Ihnen mit meiner Schilderung ein wenig Hoffnung, Mut und Motivation schenken. Wir alle haben ein Recht auf Glück und Liebe.
Ich versichere Ihnen, einen passenden Partner finden, ein Paar werden und eine glückliche, dauerhafte Partnerschaft führen, ist nicht schicksalsbedingt, sondern folgt einfachen und klaren Gesetzmäßigkeiten, die jeder leicht nachvollziehen und lernen kann. Die darin enthaltenen Regeln sind die Wegbereiter, die auch Ihnen zu einer erfüllten Partnerschaft verhelfen können. Ich begleite Sie gern auf Ihrem Weg dorthin, wenn Sie das möchten.
Gedanken zu Partnerschaft und Liebe
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